Glossar

Anteil der 65-jährigen und älteren

Der Anteil der Bevölkerung mit 65 und mehr Jahren an der Gesamtbevölkerung zeigt an, wie stark der Alterungsprozess bereits fortgeschritten ist. Da diese Altersgruppe aus dem Arbeitsprozess ausgeschieden ist und – sofern Rentenansprüche erworben wurden – über das Umlageverfahren Rentenbezüge als Transferzahlungen der aktiven Bevölkerung bezieht, sind die Proportionen zwischen den aktiven und den nicht mehr aktiven Bevölkerungsgruppen bedeutsam. Die Information über den Anteil der älteren Bevölkerung ist auch für Planungen auf der politischen Ebene von Bedeutung, da die altersspezifische Infrastruktur wie Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen bereitgestellt werden müssen.

Anteil der unter 18-jährigen

Der Anteil der unter 18-jährigen an der Gesamtbevölkerung gibt einen Hinweis auf den Bedarf an Kinderbetreuungs-einrichtungen und schulischer Infrastruktur, zeigt aber auch den Umfang des heran-wachsenden Erwerbspersonenpotenzials an.

Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (18 bis 65 Jahre)

Der Anteil der 18- bis 65-jährigen an der Gesamtbevölkerung gibt Auskunft über die potenziell wirtschaftlich aktivste Bevölkerungsgruppe.

Arbeitslosenquote

Anteil der erwerbsfähigen Bevölkerung ohne feste Beschäftigung, das heißt, alle Personen die vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, aber eine versicherungspflichtige Beschäftigung suchen, für Vermittlungsbemühungen der Arbeitsagenturen zur Verfügung stehen und sich als arbeitslos gemeldet haben. Unter-beschäftigung, Leiharbeit oder nicht gemeldete Personen gehören nicht dazu.

Ärztliche Versorgung

Die Sicherstellung einer angemessenen Gesundheitsversorgung der Bevölkerung ist eine zentrale Aufgabenstellung der Daseins-vorsorge. Das Gesundheitswesen ist zudem zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden, nicht zuletzt durch die wachsende Zahl älterer Menschen und den medizinischen Fortschritt. Je älter die Menschen werden, desto stärker sind sie auf die Versorgung mit Haus- und Fachärzten angewiesen. Gleichzeitig sinkt jedoch in einigen Teilräumen die Zahl der Ärzte und Praxisstandorte werden geschlossen.

Ausländerquote

Die Ausländerquote, das heißt der Anteil der Ausländer an der Wohnbevölkerung, wird im Allgemeinen als ein Indikator für eine besondere Beanspruchung der Infrastruktur und für Integrationsprobleme verwendet. Die Statistik erfasst dabei jedoch nicht alle Einwohner mit Migrationshintergrund, sondern nur die Mitbürger mit nicht-deutscher Staatsbürgerschaft. Der Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft schließt allerdings den Integrationsprozess nicht ab, sondern steht am Anfang der Eingliederung.

Beschäftigte ohne Berufsabschluss/mit Fachhochschul-/Hoch-schulabschluss

Die berufliche Qualifikation ist Ausdruck der Güte des (Aus-)Bildungssystem. Je leistungsfähiger, desto weniger Beschäftigte bleiben ohne Berufsausbildung und desto mehr verfügen über einen höherwertigen Bildungsabschluss. Der Arbeitsmarkt in einer leistungsfähigen Wissensgesellschaft ist geprägt durch eine starke Nachfrage nach hochqualifizierten Beschäftigten. Tendenziell ist der Anteil der Beschäftigten mit einem höherwertigem Bildungsabschluss in den neuen Ländern aus historischen Gründen höher und der Anteil der Beschäftigten ohne Berufsabschluss wesentlich geringer. Diese Unterschiede nehmen jedoch deutlich ab. Aufgrund günstigerer wirtschaftlicher Strukturen ist es aber für geringqualifizierte Beschäftigte in einigen Wirtschaftsräume der alten Länder auch leichter eine Beschäftigung zu finden.

Bevölkerung

Einwohner mit Hauptwohnsitz.

Bevölkerungsentwicklung

Wie sich die Bevölkerungszahl absolut und in ihrer Struktur entwickelt, ist wesentlich für die Infrastrukturplanung. Bei den aktuellen Bevölkerungsentwicklungen sind vor allem die Wiedervereinigung und der Trend des demographischen Wandels zu berück-sichtigen. Durch Ost-West-Wanderungen und stark rückläufige Geburtenzahlen in den Neuen Ländern kam es nach der Wende zu erheblichen Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur.

Bevölkerungsdichte

Einwohner je km² Fläche als generelles Maß der regionalen Bevölkerungsverteilung.

Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Gesamtwert aller hergestellten Güter (Waren und Dienstleistungen) in einer Region. Das BIP ist ein Maß für die wirtschaftliche Leistung in einem bestimmten Zeitraum.

Ein- und Zweifamilienhäuser

Der Anteil der Ein- und Zweifamilienhäuser an den Wohngebäuden insgesamt spiegelt die Gebäudestruktur einer Region wider, die sich deutlich nach dem Siedlungsstrukturtyp, zwischen Stadt und Land, unterscheidet. Indirekt lassen sich Aussagen über die Eigentümerquote in einer Region ableiten, da Ein-und Zweifamilienhäuser weitaus häufiger in Eigentum bewohnt werden als Mehrfamilienhäuser. Ebenfalls kann auf den Suburbanisierungsgrad geschlossen werden, da die Gebäudestruktur im sub-urbanen Umland gegenüber der (Kern-)Stadt deutlich stärker durch Ein- und Zweifamilien-häuser geprägt ist.

Erwerbstätige

Personen, die in einem Arbeitsverhältnis stehen, selbständig ein Gewerbe, eine Landwirtschaft oder einen freien Beruf ausüben, inkl. mithelfender Familien-angehörige sowie Beamte, Soldaten und Zivildienstleistende.

Haushaltseinkommen

Haushalte erzielen Einkommen entweder als Vermögenseinkommen (Mieten, Zinsen, Pachten) oder Erwerbseinkommen (Löhne und Gehälter, Einkommen aus Unternehmer-tätigkeit). Daneben beziehen sie öffentliche Transferzahlungen ohne konkrete Gegen-leistung, gelegentlich auch einmalige Ein-kommen durch Vermögenstransfers (Erbschaften, Geschenke) von anderen Haushalten. Nach Abzug der Steuern und Abgaben verbleibt das Netto- oder verfüg¬bare Einkommen, das für die Haushalte eine Budgetrestriktion bei der Einkommens-verwendung darstellt. Für den Indikator wurde das gesamte Haushaltseinkommen durch die Zahl der Einwohner dividiert, es handelt sich somit um ein Durchschnitts-einkommen pro Kopf.

High-Tech-Branchen

Hierunter sind die Unternehmen der FuE-intensiven Industriezweige zusammen-gefasst, die sich mit der Herstellung von Spitzentechnologie z. B. im pharma-zeutischen oder elektrotechnischen Bereich oder der Herstellung von gehobener Gebrauchstechnologie befassen.

Jugendarbeitslosigkeit

Anteil der Arbeitslosen unter 25 Jahren an allen Arbeitslosen. Die Jugendarbeits¬losigkeit wird häufig gesondert betrachtet, da sie räumlich sehr stark differenziert und sich Gründe und Maßnahmen gegenüber der allgemeinen Arbeitslosigkeit stark unterscheiden können.

Kindestagesbetreuung

Der Indikator gibt Auskunft über alle Kinder unter 3 Jahren bzw. zwischen 3 und 6 Jahren, die an einer Übertagesbetreuung in einer Kindestageseinrichtung teilnehmen.

Kreativwirtschaft

Hierunter sind die Unternehmen, die im Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft tätig sind zusammengefasst, die über¬wiegend erwerbswirtschaftlich orientiert sind und sich mit der Schaffung, Produktion, Verteilung und/oder Verbreitung von kulturellen/kreativen Gütern und Dienst¬leistungen befassen.

Natürlicher Saldo

Differenz von Geburten und Sterbefällen während eines Zeitraumes. Geburten und Sterbefälle sind die natürlichen Komponenten der Bevölkerungsentwicklung. Der Natürliche Saldo zeigt an, ob die Bevölkerung einer Region aus sich heraus wächst oder abnimmt, also sich positiv oder negativ entwickelt, und wie stark sich dies auf die Bevölkerungsentwicklung auswirkt.

Nettokaltmieten

Die Nettokaltmieten haben einen Anteil von knapp 70 % an den Wohnkosten und etwa einem Fünftel an den Lebenshaltungskosten der Mieterhaushalte. Während die kalten und warmen Wohnnebenkosten weitgehend unbeeinflusst von Anspannung oder Ent-spannung der Märkte sind, spiegelt die Nettokaltmiete die Marktsituation der lokalen oder regionalen Wohnungsmärkte wider. Die Miete wird hier bezogen auf die Wohnfläche der Wohnung berechnet, um die regionalen Preisunterschiede besser von strukturellen Unterschieden des Wohnungsangebots isolieren zu können. Da die Mieten stark mit den Bauland- und Immobilienpreisen korrelieren, kann die Miete mit gewissen Unschärfen auch als Indikator für die Höhe der Wohnkosten aller Haushalte interpretiert werden.

Neu- und Wiedervermietung

Die hier dargestellten Neu- und Wieder-vermietungsmieten basieren auf Erhebungen inserierter Wohnungen und spiegeln die aktuelle Marktsituation besser wider als das durchschnittliche Mietenniveau bestehender Mietverhältnisse. Eine leichte Überhöhung im Vergleich zu den tatsäch¬lichen Mietenniveaus ist nicht auszu¬schließen. Für den Zweck der Beobachtung und Analyse regionaler Unterschiede und der zeitlichen Entwicklung der Mieten sind die Daten hinreichend belastbar und zudem ohne Alternative. Amtliche Erhebungen oder andere Datenquellen stehen für eine zeitnahe bundesweite und regionalisierte Mietenbeobachtung nicht zur Verfügung.

Siedlungs- und Verkehrsfläche

Die Siedlungs- und Verkehrsfläche umfasst die im weitesten Sinne durch Siedlungs-tätigkeit genutzte Fläche: Gebäudeflächen inklusive zugehöriger Gebäudefreiflächen, Betriebsflächen, Verkehrsflächen sowie sonstige mit der menschlichen Siedlungs-tätigkeit in Verbindung stehende Flächen-nutzungen wie etwa Erholungsflächen. Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche an der Gesamtfläche einer Region ist in erster Linie ein Maß für die Zersiedelung der Land-schaft. Die Entwicklung dieses Indikators gibt Anhaltspunkte für den Landschafts¬verbrauch durch die Siedlungstätigkeit.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Arbeiter, Angestellte und Auszubildende, die sozialversicherungspflichtig sind, ohne Selbständige, mithelfende Familien-angehörige, Beamte und geringfügig Beschäftigte.

Studierende

Studierende an Universitäten, Fachhoch-schulen, Kunst- und Musikhochschulen.

Übernachtungen

Die Monatserhebung im Tourismus berichtet über das Beherbergungsgewerbe in Deutschland. Die Beherbergungsbetriebe liefern Angaben über die Zahl der Ankünfte und Übernachtungen von Gästen sowie die Anzahl der Betten. Erfasst werden ausschließlich Betriebe, die mehr als acht Gäste gleichzeitig beherbergen können. Die Zahl der Übernachtungen je Einwohner ist ein Maß für die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus im Rahmen der Gesamt-wirtschaft einer Region oder Gemeinde.

Wanderungssaldo

Differenz von Zuwanderung in die Region und Abwanderung aus der Region während eines Zeitraumes bezogen auf je 1 000 Einwohner. Zuzüge und Fortzüge sind die Wanderungskomponenten der Bevölkerungsentwicklung. In Ergänzung zur Natürlichen Bevölkerungsentwicklung zeigt der Wanderungssaldo an, ob sich die Wanderungsvorgänge positiv oder negativ und wie stark auf die Bevölkerungs-entwicklung in der Region auswirken.

Wohnfläche

Die Versorgung der Bevölkerung mit Wohnraum wird durch den Indikator Wohnfläche je Einwohner dargestellt. Der Wohnflächenbedarf der Bevölkerung wird jedoch durch die Haushaltsstruktur beeinflusst, in dem Einpersonenhaushalte generell mehr Wohnfläche je Person in Anspruch nehmen als Mehrpersonen-haushalte. So steigt der Wohnflächenbedarf ganz wesentlich durch die Zunahme der Einpersonenhaushalte. Gleichzeitig ist ein Rückschluss auf die Struktur des Wohnungs¬bestandes möglich, da der Wohnflächen¬bedarf der Bevölkerung in Eigenheimen bzw. Ein- und Zweifamilienhäusern größer ist als in Mietwohnungen und Mehrfamilien¬häusern. Die Wohnungsbestandsstatistik kann jedoch keine Leerstände identifizieren, so dass es statistisch bei einem größeren Anteil Leerstände zu einer Überschätzung der Wohnfläche je Einwohner kommt.

Datenbasis: Laufende Raumbeobachtung des BBSR